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Kässbohrer Transport Technik reduziert Zeitaufwand für die elektrotechnische Dokumentation kundenspezifischer Fahrzeugvarianten

Kässbohrer Transport Technik

Kässbohrer Transport Technik mit Sitz in Eugendorf bei Salzburg gehört zu den international führenden Herstellern von Fahrzeugtransportern. Höchste Qualitätsansprüche und modernste Fertigungstechnologien bilden die Basis technisch innovativer Fahrzeugtransporter mit größter Funktionalität und optimalem Ladefaktor.

Der Salzburger Hersteller von Fahrzeugtransportern Kässbohrer Transport Technik konnte mit der Einführung des Elektrotechnik- und Fluid-CAD-Systems E3.series von Zuken die Qualität und Prozesssicherheit bei der Erstellung von individualisierten Montage und Dokumentationsunterlagen für die Fahrzeugelektrik deutlich verbessern.

Ergebnisse

  • CoolsiderEinführung von E3.series für die elektrotechnische Dokumentation
  • Bereitstellung aller eingesetzten Komponenten in zentraler E3.series Library
  • Elektrisch korrekte Dokumentation kundenspezifischer Stromlaufpläne mit E3.schematic
  • 60 bis 90 Prozent Zeitersparnis für die Dokumentation einer spezifischen Fahrzeugvariante

Horst FößlDer Vorteil, den wir mit der Einführung von E3.series realisieren konnten ist, dass wir Projekte mit einer Losgröße von 1 bis 5 nicht nur bauen können, sondernauch mit einer kompletten CE-konformen Dokumentation ausliefern können.

Ing. Horst Fößl, Leitung Technik,
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E3.series
Die Schaltpläne der verschiedenen Fahrzeugvarianten sind bei Transport Technik modular aufgebaut.

Was in der Automobilindustrie bei Neufahrzeugen gang und gäbe ist, gilt auch für die Fahrzeugtransporter, mit denen die Neufahrzeuge vom Werk an die Händler ausgeliefert werden: so gut wie kein Fahrzeug ist identisch mit einem anderen.

Handelt es sich bei den Neufahrzeugen de facto um in Serie gefertigte Unikate, die nach den Wünschen (und der Brieftasche) des Privatkunden konfiguriert sind, so haben wir es bei den Fahrzeugtransportern mit einer Vielzahl von Anpassungen an den geplanten Einsatzzweck zu tun.

So kann in einem Fall die Ladekapazität im Vordergrund stehen, und in einem anderen Fall kann der Schwerpunkt auf der Be- und Entladedauer liegen; Kriterien sind aber auch Einsatzgebiet und Einsatzzweck: Transporte im innerstädtischen Bereich stellen größere Anforderungen an die Wendigkeit eines Transporters als Langstreckentransporte. Die Anzahl der verschiedenen Konfigurationen ist groß und wie sie konkret aussehen, wird letztendlich bei jedem Fahrzeug vom Auftraggeber, d.h. dem Spediteur individuell festgelegt.

Ein Unternehmen, das sich auf Entwicklung und Produktion solcher Spezialfahrzeuge spezialisiert hat, ist die in Eugendorf nahe Salzburg ansässige Kässbohrer Transport Technik GmbH. Im Jahre 1968 als Teil des ehemaligen Ulmer Kässbohrer Konzerns gegründet, ist die Kässbohrer Transport Technik bis zum heutigen Tag im Besitz der Familie Kässbohrer geblieben.
Die übrigen Unternehmensteile des Kässbohrer Konzerns, darunter die Marken Setra und Pistenbully, wurden nach 1995 teils als eigenständige Unternehmen etabliert und teils sind sie in anderen Konzernen aufgegangen – so gehört z.B. Setra heute als EvoBus zum Daimler Konzern.

Maßgeschneiderte Transportlösungen für jeden Einsatzzweck

E3.series

E3.series
Mit E3.series können alle für Arbeitsvorbereitung und Montageerforderlichen Informationenals Aufstellungen und Pläneausgegeben werden.

Die Kässbohrer Transport Technik bedient als einer von drei führenden Anbietern in Europa einen auf ca. 15.000 bis 18.000 Fahrzeuge geschätzten Markt von Fahrzeugtransportern. Pro Jahr werden aus einem acht Produktfamilien umfassenden Produktbaukasten ca. 600 bis 800 auf die individuellen Kundenwünsche konfigurierte Neufahrzeuge produziert.

Treibende Faktoren für das Neufahrzeuggeschäft sind zum einen neu auf den Markt kommende Fahrzeuge mit größerem Abmessungen (die durchschnittlichen Fahrzeughöhen und – Breiten sind in den letzten Jahren über die SUVs stetig angewachsen, und zum anderen ein Trend zur Spezialisierung auf bestimmte Transportanforderungen. Schließlich lässt auch ein insgesamt in die Jahre gekommener Fahrzeugpark im Markt einen wachsenden Ersatzbedarf erwarten.

Aus diesem Grund werden im Rahmen des Unternehmensbereichs »Extralife« gebrauchte Transporteraufbauten werksüberholt und auf neue Trägerfahrzeuge montiert.

Ganz spezielle Kundenanforderungen werden im Bereich »Tailored Solutions« bedient: hier werden Einzelanfertigungen für spezielle Einsatzzwecke realisiert. Ein Beispiel dafür ist ein mobiler Geländefahrzeugparcours für Ausstellungszwecke, mit dem über spezielle Auf- und Abfahrrampen vor Ort die Geländegängigkeit von Geländefahrzeugen und SUVs demonstriert werden kann.

Nahe am Kunden

Man ist stolz auf den hervorragenden Ruf der Fahrzeuge und auf die Fähigkeit, individuelle Kundenwünsche kurzfristig bedienen zu können: „Wir sehen uns als Qualitätsführer und als der Hersteller, der sehr nahe an den Kundenwünschen ist und Kundenlösungen auch rasch umsetzen kann“, sagt Horst Fößl, Prokurist und Leiter Technik bei Käessbohrer Transport Technik.

Alle Produkte werden mit vollständiger individueller Dokumentation ausgeliefert: „Bei Käessbohrer hat jedes Fahrzeug, wenn es das Werk verlässt, einen kompletten Ersatzteilkatalog, der auf dieses Produkt spezifiziert ist und auch individuell konfigurierte Schaltpläne und Elektrodokumentation umfasst.“

Sowohl die Realisierung individueller Kundenwünsche, als auch die Werksüberholung von gebrauchten Aufbauten stellt insbesondere im Bereich Elektrotechnik und Fluidtechnik gehobene Ansprüche an die Abläufe in der elektrotechnischen Konstruktion: „Die elektrohydraulischen Systeme machen etwa 40% der Sonderwünsche aus“, sagt Michael Berger, (Produktentwicklung Elektrik). „Dies kann automatische Schließfunktionen betreffen, aber auch Sonderbeleuchtungen für den Laderaum oder Überwachungssysteme.“

Die wachsende Anzahl der individuellen Konfigurationen und Ausrüstungen und der hohe Zeitdruck, unter dem viele dieser Projekte abgewickelt werden müssen, brachte die etablierte Arbeitsweise bei der Erstellung der Kabelpläne und Kabelbaumdokumentation zusehends an ihre Grenzen.

In der Vergangenheit wurden die Stromlaufpläne und Kabelbaumzeichnungen mit dem in der Mechanik-Konstruktion verwendeten M-CAD-System in 2D gezeichnet. Die Stücklisten wurden unabhängig davon über ein Tabellenkalkulationssystem erfasst. „Durch die fehlende elektrische Intelligenz des M-CAD-Systems war die Erstellung und Referenzierung der einzelnen Zeichnungsblätter des Stromlaufplans immer sehr aufwändig“, erzählt Michael Berger. „Darüber hinaus waren durch die manuelle Stücklistenerstellung immer wieder Fehlerquellen gegeben.“

Intelligente elektrotechnische Dokumentation

Aus diesem Grund wurde 2013 entschieden, für die elektrotechnische Dokumentation und Arbeitsvorbereitung das E-CAD-System E3.series von Zuken einzuführen – ein System, das insbesondere im Maschinen- und Sonderfahrzeugbau einen hohen Verbreitungsgrad genießt. Mit E3.series konnte der Aufwand für die Erstellung der Stromlaufpläne, Kabelbaumzeichnungen und Stücklisten für Sonderausstattungen und Sonderprojekte drastisch reduziert werden.

„Wir haben zunächst alle in unseren Fahrzeugen eingesetzten Bauteile in der Bibliothek von E3.series erfasst“, erklärt Konstrukteur Berger. „Wenn wir heute eine neue Fahrzeugdokumentation erstellen müssen, können wir die Bauteile einfach in das Projekt laden. Dann werden sie miteinander verbunden und die Stückliste ausgegeben – fertig!“, erklärt Entwickler Berger.

Mit anderen Worten: Was früher in getrennten Arbeitsschritten erledigt werden musste, nämlich das Zeichnen des Stromlaufplans, die Eingabe der Stückliste und die Erstellung der Kabelbaumzeichnung, erfolgt jetzt in einem einzigen Arbeitsschritt. Die Stückliste muss nicht mehr manuell erfasst werden, sondern kann per Knopfdruck aus dem E3.series Projekt abgeleitet werden. Das geht nicht nur schneller, sondern sorgt dafür, dass Fehler bei der händischen Erstellung der Stückliste praktisch ausgeschlossen sind.

Modulare, verknüpfte Schaltpläne

Die Schaltpläne der verschiedenen Fahrzeugvarianten sind bei Käessbohrer Transport Technik modular aufgebaut, wobei eine Abwandlung der aus dem Anlagenbau stammendenden Systematik der Anlagen-Ortskenn-zeichnung zum Einsatz kommt.
In Anlehnung an diese Systematik wurde eine eigene Norm entwickelt, in der die verschiedenen Varianten über Ihren Einbauort im Fahrzeug eindeutig definiert sind, also zum Beispiel Motorwagen oder Hänger, und in diesen wiederum Lichtanlage Aufbau, Lichtanlage Fahrbahn hinten, Beleuchtung Laderaum und so weiter. Die einzelnen Aufbauvarianten sind über standardisierte Schnittstellen elektrisch miteinander verbunden.

An dieser Stelle kommt ein weiterer Prozessvorteil zum Tragen, der durch die Einführung von E3.series realisiert werden konnte: Wurden früher die einzelnen Stromlaufplanvarianten auf einzelnen Zeichnungsblätter dargestellt, die keine logische Verknüpfung untereinander aufwiesen, so können sie jetzt im Rahmen eines einzigen Gesamtprojekts dargestellt werden, bei denen die einzelnen Zeichnungsblätter über ihre elektrischen Verbindungen untereinander referenziert sind.

„Das ist schon ein riesiger Vorteil“, sagt Michael Berger. „Früher haben wir auch die gesamten LKW-Typen und Aufbauvarianten auf einzelnen Zeichnungsblättern abgebildet, auf denen Verweise zu den anderen modularen Blöcken gelistet und aktuell gehalten werden mussten. Mit E3.series generieren wir alle in einem Fahrzeug verwendeten Kabelbäume innerhalb eines einzigen Projekts und geben sie für Arbeitsvorbereitung und Montage wieder als eigene Aufstellungen und Pläne aus.“
Fassen wir also zusammen: Durch die Einführung von E3.series konnte der Aufwand für die Dokumentation individueller elektrischer Fahrzeugaus-stattungen drastisch reduziert werden, die elektrische Intelligenz des Systems stellt die Konsistenz der ausgegeben Stücklisten und Kabelbaumzeichnungen sicher, und schließlich sorgt die Zusammenführung aller individuellen Einbauvarianten unter einem einzigen Projekt für die elektrische Konsistenz der Gesamtfahrzeugs.

Aus Sicht des Konstrukteurs bedeutet dies, dass er die elektrotechnische Dokumentation einer spezifischen Fahrzeugvariante „um 60 bis 90 Prozent schneller erstellen kann“, wie Michael Berger bestätigt.

Aus Sicht des Unternehmens konnte die Prozesssicherheit in der Sonderfahrzeugproduktion drastisch verbessert werden: „Der Vorteil, den wir mit der Einführung von E3.series realisieren konnten ist, dass wir Projekte mit einer Losgröße von 1 bis 5 nicht nur bauen können, sondern auch, so wie es heute verlangt wird, mit einer kompletten CE-konformen Dokumentation ausliefern können“, fasst Technikchef Fößl zusammen.

Eine Basis für die Erweiterung des Produktportfolios

Kässbohrer Transport TechnikDie Bedeutung von Spezialisierung und Kundenorientierung wird künftig noch weiter zunehmen: „Aus den Erfahrungen aus der weltweiten Krise der Autoindustrie der Jahre 2009 und 2010 haben wir gelernt, uns strategisch breiter aufzustellen,“ erzählt Prokurist Fößl. „Aus dieser Aufgabe der Verbreiterung sind einige Projekte entstanden, die sich zu eigenständigen Geschäftsbereichen entwickelt haben oder noch entwickeln werden. Beispiele dafür sind die bereits erwähnten heute bestens etablierten Bereiche »Extralife« und »Tailored Solutions«“.

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt »Coolsider«, das sich derzeit im Feldversuch befindet. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Kühlfahrzeug, bei dem eine Seite komplett geöffnet werden kann, um zur Optimierung der Fahrzeugauslastung neben Gefriergut auch den Transport anderer Güter zu ermöglichen. Auch hier werden durch die Bedienung spezifischer Kundenwünsche die Anforderungen an die Elektrokonstruktion und –dokumentation weiter steigen.

Kässbohrer Transport TechnikGanz besonderes Potenzial sieht Technik-Chef Fößl aber vor allem in den Bereichen Bedienerfreundlichkeit und Betriebskosten: „Wir haben heute schon einen eklatanten Mangel an ausgebildeten Berufskraftfahrern“, erzählt er. „Die Ergonomie am Fahrzeug, die Vereinfachung der Handgriffe beim Be- und Entladen, die Vermeidung von Beschädigungen am Transportgut, aber auch die Senkung der Betriebskosten - all das wir uns in der Zukunft noch stärker beschäftigen – und hier spielen intelligente elektromechanische Lösungen eine Schlüsselrolle.“

Mit der Einführung von E3.series sieht man sich bie Kässbohrer Transport Technik gut gerüstet für die Bewältigung dieser Herausforderungen.

 

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