Die neuen Funktionen in E3.series unter der Lupe, Teil 2

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Dieser zweiteilige Blogbeitrag untersucht die wichtigsten Funktionen der E3.series 2021. Die neuen Funktionen lassen sich in vier große Kategorien einteilen:

  1. Produktivität und Benutzerfreundlichkeit
  2. Erstellung und Verwaltung von Bibliotheken
  3. Automatisierung von Stecker- und Kabelbaumdesign
  4. Verkabelung und Schaltschrankbau

In Teil 1 der Serie geht es um die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit, die Erstellung von Bibliotheken und die Bibliotheksverwaltung. Sie finden ihn hier:

Teil 1

Ein wesentliches Entwicklungsziel der neuen Version ist die Unterstützung der multidisziplinären Zusammenarbeit und die Realisierung eines digitalen Engineering-Workflows.

Die Smart Cabinet Building-Initiative und die Verbesserungen bei der Entwicklung von Bibliotheken mit Component Cloud für E3.series sind wichtige Schritte auf dem Weg zur Realisierung eines vernetzten, abteilungs- und unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit.

Die Neuheiten in Release 2021 wurden im Rahmen der Zuken Innovation Digital 2021 in verschiedenen Präsentation bereits ausführlich vorgestellte. In diesem zweiteiligen Beitrag können Sie sie nochmals im Detail nachlesen. Ich mache dort weiter, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe…

3. Stecker und Kabelbaumdesign in E3.series 2021

Die E3.series 2021 verbessert die Handhabung von Steckverbindern und Kabelbäumen durch automatische Qualitäts- und Fehlerprüfungen. Kabel und Kabelbäume sind integrale Bestandteile aller elektrischen Konstruktionen, und Steckverbinder sind unverzichtbare Bestandteile eines Kabelbaums. Eine effiziente Handhabung verbessert daher die Gesamteffizienz erheblich. Mit der Version 2021 baut die E3.series auf ihren bewährten Grundelementen auf, um den Designprozess weiter zu verbessern.

Erweiterte Fehler-Checks melden jetzt auch den manuellen Anschluss von inkompatiblen Steckern

Kontrolle von manuellen Steckverbindungen

E3.series führt während des Entwurfsprozesses automatisch Live-Prüfungen von Steckerzuweisungen, Symbolen und Kompatibilität durch. Dadurch werden mehr Fehler bereits an der Wurzel erkannt und beseitigt, statt nach Fertigstellung des Designs. Bisher konnten einige dieser Prüfungen durch manuelles Stecken von Verbindern aufgehoben werden. So konnten beispielsweise inkompatible Stecker manuell verbunden werden. Jetzt unterliegen auch manuelle Steckverbindungen zusätzlichen Design Rule Checks (DRCs). Die neuen DRCs sind nur aktiv, wenn sie in den Projekteinstellungen der E3.series aktiviert sind.

Passende Gegenstecker

Der erste Design Rule Check verhindert Verbindungen zwischen unzulässigen Gegensteckern. Die neue Fehlerprüfung gleicht die Steckerinformationen aus der Bauteilbibliothek ab. Wenn ein ungültiger Gegenstecker gefunden wird, stoppt die Anwendung den Vorgang und informiert den Benutzer über Korrekturmaßnahmen. So ist beispielsweise eine Verbindung zwischen einem vierpoligen und einem dreipoligen Steckverbinder nicht zulässig. Darüber hinaus gilt der gleiche DRC für das Ändern von Bauteilen in bestehenden Verbindungen und Zeichnungen.

Definition des Pin-Geschlechts

In E3.series 2021 ist die Datenbankdefinition des „Pin-Geschlechts“ für Steckerpins bei allen Steckern verfügbar. Zuvor gab es diese Definition nur für MIL-Steckverbinder. Mit dieser neuen Einstellung im E3.series-Projekt kann das Pin-Geschlecht vor dem Anschließen durch einen DRC bestätigt werden. Daher ist es nicht möglich, zwei männliche oder zwei weibliche Stecker für eine gültige Steckverbindung zu verwenden. Vor allem ist der Standardwert für Steckverbinder „kein Eintrag“, was die Möglichkeit offen lässt, Ausnahmen zu definieren.

Steckverbinder mit Einsätzen

E3.series kann komplexe Steckverbinder mit mehreren Konfigurationsoptionen problemlos verarbeiten. Mit E3.series 2021 werden die Möglichkeiten zur Verwaltung dieser komplexen Konfigurationen erweitert, um noch mehr Varianten zu ermöglichen. Es ist jetzt möglich, leere Steckplätze im Steckergehäuse zu definieren. Dadurch sind Steckervarianten, die zwei Steckplätze benötigen, leicht konfigurierbar. Wichtig ist, dass der Steckplatz zwar in der Bibliothek vordefiniert ist, aber im Projekt eine manuelle Änderungsfunktion für den Einzelfall zur Verfügung steht.

MCAD-Integration mit E3.3DTransformer

Das mechanische Design und das Gehäuse haben einen erheblichen Einfluss auf einen Kabelbaum. Das Bestreben, mit dem mechanischen Design zusammenzuarbeiten, um einen passgenauen, funktionalen Kabelbaum mit möglichst geringem Aufwand zu erstellen, ist in allen Teams gleichermaßen vorhanden. E3.series unterstützt verschiedene MCAD-Tools und bietet einen optimierten Prozess für die Übergabe des mechanischen Modells als Referenz für das Kabelbaumdesign. Allerdings unterscheidet sich der Prozess bei jedem MCAD-Lösungsanbieter. Daher hat Zuken eine nahtlose Lösung für die Verwendung nativer MCAD-Dateien in einer elektrotechnischen Umgebung entwickelt, um die Ausarbeitung von Kabelbaumdetails zu unterstützen.

Der E3.3DTranformer ist ein neues Add-on Tool zur Übernahme von 3D-Dateien aus MCAD-Systemen, um den Kabelbaumdesignprozess in E3.series zu beschleunigen. Die aktuelle Integration mit MCAD für Kabelbaumdesign in E3.series verwendet die E3.3DRoutingBridge. Dieser Prozess eignet sich vor allem für Kabelbaumkonstruktionen, bei denen eine topologische XML-Liste oder eine flache Struktur zur Verfügung steht. Normalerweise ist die Ableitung von 3D-Geometrie und Topologie aus den Mechanik-Plattformen für die Kabelbaumherstellung sehr aufwändig. Im derzeitigen Workflow werden Tools von Drittanbietern verwendet, um die 3D-Geometrie aus dem Mechanikdesign zu glätten. Darüber hinaus können bei der Flachlegung des Kabelbaums wichtige Informationen verloren gehen, wie z. B. die Position oder Art der Kabeldurchführungen und Befestigungen.

E3.3DTransformer extrahiert einfach und schnell Kabelbauminformationen aus MCAD-Systemen zur Verwendung in E3.formboard. Die erweiterte Anwendung unterstützt die wichtigsten Plattformen wie CATIA V5, JT-Dateien von Siemens PLM BX, XML und aus SolidWorks exportierte Dateien. E3.3DTransformer extrahiert mit seiner regelbasierten Technologie schnell Topologie, Befestigungen und andere Informationen aus nativen 3D-Mechanikdateien, was Zeit spart und Fehler reduziert.

4. Verkabelung und Schaltschrankbau

Der Bedarf an Schaltschränken und Bedienfeldern wächst schneller als je zuvor, was vor allem auf den Elektrifizierungs-Trend in fast allen Branchen zurückzuführen ist. Schaltschränke sind in vielen Industriezweigen vertreten, z. B. in der Stromversorgung, bei Sicherheitssystemen, industriellen Steuerungssystemen, in der Automatisierungstechnik, im Maschinenbau und in vielen anderen Industriezweigen. Infolgedessen gibt es beträchtliche Unterschiede in Bezug auf Größe, Komplexität und auch hinsichtlich der Konstruktionsmethoden.

Mit E3.panel können Anwender detaillierte Schaltschrankentwürfe erstellen. Die Designs umfassen schematische Schaltschranklayouts mit der Option, Kabel automatisch zu verlegen. Das Besondere an E3.series ist die Möglichkeit, in einer 2D-Umgebung zu entwerfen und das Ergebnis in 3D zu betrachten. E3.panel ist simultan als 2D- und 3D-Designumgebung verfügbar.
In E3.series 2021 sind Updates für die 2D-Konstruktion, die 3D-Visualisierung und die 2D-3D-Visualisierung der Kabelführung im Schaltschrank enthalten.

2D Ansichten

Neben der Erstellung mehrerer 2D-Referenzansichten einer Montagefläche ist auch die Bearbeitung der Ansichten einfacher denn je. Neue Funktionen ermöglichen eine individuelle Anpassung der projizierten Ansichten in den Zeichnungseigenschaften für die Bearbeitung und Erstellung von 2D-Ansichten. Die Kontrolle über die Position und Skalierung der 2D-Ansichten auf einem Zeichnungsblatt ist jetzt in den Zeichnungseigenschaften verfügbar.

Automatisches 3D-Drehen

Der Entwickler definiert die Ausrichtung der Komponenten im Gehäuse zum Zeitpunkt der Platzierung. Bisher musste ein Bauteil beim Verschieben auf die andere Seite eines 3D-Schrankes manuell gedreht werden, um die richtige Ausrichtung zu gewährleisten. In E3.series 2021 wird das Bauteil, das von einer Ansicht in die andere verschoben wird, automatisch in der Standardausrichtung der jeweiligen Ansicht gedreht. Wenn Sie beispielsweise ein Bauteil von der linken Wand des Schranks an die rechte Wand bewegen, wird das Bauteil automatisch so ausgerichtet, dass es genau passt.

Intelligente Bauteilplatzierung im Schaltschrank

Das Drag&Drop von mehreren Elementen auf Montageflächen ist eine der Lieblingsfunktionen bei der Gestaltung von Schaltschränken in E3.series. Zahlreiche Objekte werden automatisch platziert und mit den Montageflächen verbunden. Autokorrektur und Kollisionsvermeidung sind in die aktive Platzierungsroutine integriert.

Drahtverläufe in 3D hervorheben

E3.series 2021 führt neue und beeindruckende Visualisierungsoptionen für einen Draht in 3D ein. Jetzt werden die Drahtverläufe in 3D mit denselben Einstellungen hervorgehoben wie andere Highlight-Optionen in E3.series. Dadurch sind die Drähte selbst in Schaltschränken mit vielen sich überlagernden Drähten, die durch denselben Kanal geführt werden, deutlich sichtbar. Vor allem aber ist der Drahtverlauf auch dann in 3D sichtbar, wenn die Drähte durch verzweigte Verdrahtungskanäle verlaufen.

Hervorhebung in allen Ansichten

Der neue Befehl ‚Highlight panel path‘ verbessert die Drahtvisualisierung durch Hervorhebung des Drahtes in allen Ansichten, in denen der Draht abgebildet wird. Der Befehl hebt den Draht in 2D- und 3D-Ansichten hervor. Außerdem werden alle relevanten Blätter automatisch geöffnet, wenn sie nicht bereits geöffnet sind, um den Pfad hervorzuheben. Die Drahtmarkierung bleibt auch dann erhalten, wenn nachfolgende Drähte markiert werden. Die Auswahl unterschiedlicher Farben und Breiten bei jeder Markierung verbessert die Sichtbarkeit des Drahtverlaufs. Die Farben der Drahtmarkierungen sind im Gerätebaum sichtbar. Im Rechtsklick-Kontextmenü werden die Hervorhebungen zurückgesetzt.

Automatische Befüllung von Kabelkanälen

Die Visualisierung der Kabel ist das Ergebnis der zuverlässigen Routing-Funktion von E3.series. Kabelkanäle spielen eine entscheidende Rolle bei der Festlegung geeigneter Leitungsführungen in einem Schaltschrankdesign. In E3.series 2021 ist der Füllungsgrad des Kanals auf mehreren Ebenen einstellbar. Die Einstellungen sind sowohl auf Projektebene als auch für einzelne Kanäle möglich. Darüber hinaus sorgt eine separate Option für Warngrenzen für rechtzeitige Benachrichtigungen. So lassen sich beispielsweise Kanäle in kritischen Bereichen auf eine niedrigere Füllgrenze für zukünftige Erweiterungen einstellen. Im Gegensatz dazu verbessert eine höhere Begrenzung für Kanäle in Bereichen mit hoher Belegungsdichte und regulärer Verkabelung die Betriebseffizienz.

3D-Daten im JT-Format exportieren

Der Austausch von 3D-Daten zu und von mechanischen Konstruktionswerkzeugen ist für einen digitalisierten Engineering-Workflow unerlässlich. In E3.series 2021 werden 3D-Schaltschrankdaten nicht nur im STEP-Format, sondern auch im JT-Format exportiert. JT ist ein Standardformat, das von den meisten wichtigen MCAD-Anwendungen unterstützt wird. Im Gegensatz zu den STEP-Modellen von E3.series enthält der JT-Export Details zu allen Komponenten, Montageplatten, Kanälen, Kabeln etc. Der Export im JT-Format ist in der 64bit-Version von E3.series 2021 verfügbar.

Das JT-Formats ermöglicht den Export einer umfassenden grafischen Darstellung von Schaltschrankaufbauten einschließlich aller Betriebsmittel, Tragschienen, Kabelkanäle und Drähte

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu E3.series 2021 finden Sie unter den aufgezeichneten Präsentation der Zuken Innovation World Digital 2021.

Webinar Aufzeichnungen

Eine umfassende Liste der neuen Funktionen ist auch direkt in der Anwendung verfügbar. Weitere Informationen über die wichtigsten Funktionen finden Sie auf der Zuken Website.

Neue Funktionen in E3.series

Sanu Warrier
Sanu Warrier
Technical Marketing Manager
Sanu Warrier is a Technical Marketing Manager, helping customers find effective solutions to their design challenges. His work focusses on eliminating inefficiencies, improving design processes and reducing costs to improve competitive advantages. He is a self-professed foodie and loves to dabble in gastronomic alchemy as often as possible.